Strahlenden Sonnenschein bei eisiger Luft erwarteten die Teilnehmer am 9. und 10. Mamminger Rallyesprint. Im bekannten Mossandl Kieswerk waren heuer 4 Km Wp abgesteckt. Samstags ging es 3x im und 2x entgegen dem Uhrzeigersinn, am Sonntag war es umgekehrt. Die Strecke war zwar trocken, der Schotter allerdings umso tiefer. Insbesonders  an der berüchtigten Baggerkehre fuhren sich im Laufe der Veranstaltung immer tiefere Löcher in den Boden. 

Mamming 2003

Allradgetriebene Fahrzeuge waren hier natürlich stark im Vorteil und ich konnte in WP 1 und 2 auch gleich mal WP-Bestzeiten vorlegen. In der 3. WP schlug jedoch das Schicksal das erste Mal zu. Auf der Geraden zur Zufahrt Baggerkurve war ein Sprung recht heftig und es scherte die vordere rechte Antriebswelle ab. Den Rest der WP konnten wir nur noch mit Heckantrieb fahren, wir waren 10 sec. langsamer als vorher. In der Zwangspause wechselte ich das Antriebswellengelenk. Wie sich noch herausstellte, ist bei dem Sprung auch noch die Motor- und Getriebeaufhängung gebrochen. Es wurde noch schnell die Motoraufhängung gewechselt, dann mussten wir uns auch schon wieder auf den Weg zur WP 4. machen. 

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Die letzten beiden WP`s, jetzt entgegengesetzt gefahren, verliefen problemlos, lediglich ein starker Ölverlust am Getriebe verursachte uns noch Kopfschmerzen. Am Ende des 1. Tages standen wir als Klassen- und Gruppensieger in den Ergebnislisten. 

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Nach der Siegerehrung fuhren wir in eine Werkstatt im Nachbarort. Dort konnten wir das Auto auf einer Hebebühne inspizieren. Die rechte Antriebswelle hatte eine Ecke aus dem Getriebegehäuse herausgeschlagen. Dieser Schaden und ein Loch in der Achsmanschette hatten den Getriebeölverlust hervorgerufen. Die Manschette konnte repariert und das Gehäuse abgedichtet werden. Nicht zu reparieren war das gebrochene Getriebegehäuse an der Aufhängung. Nachdem alles soweit repariert war, konnten wir wieder zurückfahren.

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Ein leichtes Schnattergeräusch aus dem Motor bei bestimmten Drehzahlen lies uns jedoch aufhorchen. Kündigte sich da ein Motorschaden an?

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Am nächsten Morgen war es eiskalt. Nur widerwillig sprang der Motor an. Schließlich hatte er es jedoch geschafft und lief auf allen Zylindern. 

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Die ersten drei WP`s wurden wiederum wie die letzten am Vortag gefahren. Der Start war im Kieswerk, das Ziel an der Autobahngeraden. Die ersten 2. WP`s liefen hervorragend, zwei Bestzeiten konnten wir herausfahren. In der 3. WP lief der Motor plötzlich nur noch auf 3. Zylindern. Die Zeit war auch gleich mal 12 sec. schlechter.

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Im Fahrerlager angekommen schraubte ich den Ventildeckel ab. Die Tassenstößel des 2. Zylinders lagen nur noch lose auf den Ventilen auf, der Zylinderkopf war  im Bereich der Ventilfedern völlig zerbrochen. Jetzt war guter Rat teuer. Sollten wir aufgeben? Da hatte Olaf eine unkonventionelle Idee. Wir opferten die Nockenwelle indem wir die Nocken des 2. Zylinders abflexten. So konnte sich die Nockenwelle frei drehen und der Motor lief auf 3 Zylindern einigermaßen. 

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Die 4. WP nahte und wir fuhren mehr schlecht als recht los. Das Schicksal hatte jedoch noch weitere Schläge für uns parat. In der Baggerkurve fielen wir in ein tiefes Loch und der linke Querlenker musste dran glauben. Dazu kamen noch zwei Platten auf der Vorderachse. Wir schleppten uns ins Ziel. Der Querlenker und zwei Räder waren schnell gewechselt. 

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Wir schleppten uns zum Start der letzten WP. Mir den zwei größeren Colways an der Vorderachse und den etwas kleineren Bridgestones an der Hinterachse hatte das Auto eine fürchterliche Straßenlage. Doch diesmal kamen wir ohne größere Probleme durchs Ziel. 

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Durch unsere guten Zeiten in den ersten beiden WP`s konnten wir den Klassensieg für heute retten. Die Addition beider Tage ergab auch in der Gruppenwertung den 1. Platz. So konnten wir eigentlich, trotz der großen und teuren Schäden am Auto, mit den Ergebnissen noch ganz zufrieden sein. Auch die Vizemeisterschaft in der NAVC Rallyemeisterschaft, mit nur einen Punkt Rückstand auf den Meister, konnten wir mit der letzten Veranstaltung sichern. 

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